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Festspielblog

Festspielsommer voller Elan und Spielfreude ist zu Ende

Bilanz der 59. Gandersheimer Domfestspiele / 51.335 Besucher in dieser Spielzeit

bilanz01Die turbulenten und ereignisreichen Festspielwochen der 59. Gandersheimer Domfestspiele sind vorüber. Gemeinsam mit 20 Schauspielern und einem insgesamt 70-köpfigen Festspielteam hat Achim Lenz in seiner ersten Spielzeit als Intendant der Gandersheimer Domfestspiele gehalten, was er einst angekündigt hat: Sich mit vollem Herzen für ein unvergessliches und leidenschaftliches Sommertheater zu engagieren. Das Ergebnis kann sich, neben der künstlerischen Leistung, auch mit einem Blick auf die vorläufige Bilanz sehen lassen.
 
Die 59. Gandersheimer Domfestspiele 2017 in Zahlen:
  • 04 Inszenierungen vor dem Dom (Vorjahr 5)
  • 56 Aufführungen vor dem Dom (Vorjahr 62)
  • 11 Vorstellungen „Kabale und Liebe“ (Auslastung 39,98 Prozent)
  • 18 Vorstellungen „Saturday Night Fever“ (Auslastung 99,49 Prozent)
  • 15 Vorstellungen „Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder Nie!“(Auslastung 69,12 Prozent)
  • 12 Vorstellungen „Die Kleine Hexe“ (Auslastung 87,23 Prozent)
  • Zusätzlich
    • 05 Vorstellungen „Das Interview“ (Auslastung 100,86 Prozent) auf der „Studiobühne Kloster Brunshausen – Theater im Museum“
  •  Insgesamt 43.099 Besucher vor dem Dom (Vorjahr 44.809)
  • Insgesamt 51.335 Besucher inklusive Rahmenprogramm (Vorjahr 53.119)
  • 770 Besucher im Durchschnitt pro Vorstellung vor dem Dom (Vorjahr 723)
  • Das entspricht einer Auslastung von 77,04 Prozent (Vorjahr 72,34 Prozent)
„Ich bin glücklich und mit der Spielzeit mehr als zufrieden“, lautet das erste Resümee des Intendanten. Achim Lenz hat den Gandersheimer Domfestspielen, unter anderem durch das Wagnis,  mit „Saturday Night Fever“ erstmals ein Tanzmusical vor der Stiftskirche zu zeigen, eine neue künstlerische Ausrichtung gegeben. Er meint: Ein Konzept geht dann auf, wenn man es geschafft habe, nicht nur das Publikum zu überzeugen und die Kartenverkäufe in die Höhe zu treiben, sondern eben auch dann, wenn man sehen kann, wie sich die ganze Atmosphäre in der Stadt und das Leben der Menschen in der Region während der Festspiele maßgeblich verändert.
 
Neuerungen 2017 – Ausbau der Theaterpädagogik
 
Neben neuen künstlerischen Akzenten hat Achim Lenz vor allem den Aspekt der kulturellen Teilhabe in den Focus seines Wirkens gestellt. Ihm und allen anderen Festspielmachern ist bewusst, dass sie als Kulturbetrieb im ländlichen Raum auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen haben. Deshalb gibt es bei den Gandersheimer Domfestspielen jetzt ein umfangreiches theaterpädagogisches Angebot, mit einem ganzjährigen Programm, unter anderem mit unterschiedlichen Workshops für verschiedene Zielgruppen sowie Theatergruppen und Aufführungen der darin Mitwirkenden. „Wir tragen somit Theater in die Region hinein, animieren junge, wie auch ältere Menschen, selbst auf die Bühne zu treten“,  erklärt Achim Lenz. Mit dem neu geschaffenen Bereich der Theaterpädagogik arbeiten die Gandersheimer Domfestspiele auch daran, ihr Publikum der Zukunft zu gewinnen.
Ziel von Theaterpädagogin Indra Schiller ist es zurzeit, möglichst viele weiterführende Schulen für die von ihr angebotenen theaterpädagogischen Angebote zu gewinnen. Indra Schiller besucht zum Beispiel Bildungseinrichtungen und stellt dort das von ihr entwickelte umfangreiche theaterpädagogische Angebot vor. Dabei ist sie auch immer auf der Suche nach Patenschulen und weiteren Kooperationspartnern. Das theaterpädagogische Angebot der Gandersheimer Domfestspiele ist jedoch noch breiter aufgestellt: Das „Proben-SOS“ kann zum Beispiel von Hobby-Theatermachern in Anspruch genommen werden, die fachlichen Rat benötigen. Hier kann Indra Schiller zur Hilfe gerufen werden. Außerdem werden Spezialisten-Workshops in vielen theatralen Bereichen von Dramaturgie über „Improtheater“ bis hin „Physical Theatre“ angeboten.

Theaterpädagogik in Zahlen

  •  Insgesamt 420 Teilnehmende an theaterpädagogischen Workshops und Führungen zwischen Ende Mai bis Ende Juli 2017
  • Über 100 jugendliche Spielende am Theatervirus 2017 (25. bis 28. Mai)
  • wöchentliches Angebot der Theaterclubs „DOMinos“ und „ExtraEnsemble“ (im Durchschnitt 15 Teilnehmende)

Resümee Rahmenprogramm 2017

Die Vielseitigkeit der Gandersheimer Domfestspiele liegt Intendant Achim Lenz sehr am Herzen: „Man erwartet von uns ein Rahmenprogramm zu den großen Produktionen und wir können damit dienen.“ Das Ensemble müsse daher immer mehr leisten, als ohnehin von ihm erwartet werde. Hier daher ein Überblick, was die Gandersheimer Domfestspiele 2017 neben den eigentlichen Inszenierungen noch alles zu bieten hatten:

Sowohl die Lesung „Von Müttern und Töchtern“ im Kaisersaal, als auch das Gastspiel „Alte Liebe“ der Burgfestspiele Mayen auf der neuen „Studiobühne Kloster Brunshausen – Theater im Museum“, waren komplett ausverkauft. „Auch ein eher literarisches Programm gehört zu unseren Festspielen. Hier bedienen wir den etwas intellektuelleren Anspruch und merken, so etwas ist gefragt und wird geschätzt“, informiert Achim Lenz.

Das „Fest der Chöre“ fand bereits im Mai statt und wurde in diesem Jahr durch den neuen Intendanten konkretisiert und verbessert, die Qualität der Darbietungen sei gestiegen. „Zu Beginn der Spielzeit ist es immer wieder eine große Freude, so viele singbegeisterte Menschen aus der Region vor die Stiftskirche zu holen“, sagt Achim Lenz.

Das Theaterfest und der Theatervirus sind mittlerweile fester Bestandteil im Kalender der Stadt Bad Gandersheim geworden. Die Zuschauer sind gespannt auf die ersten Vorschauen der Stücke, erfreuen sich an einem vielseitigen Programm und am fröhlichen Theaterumzug. Hier feiert das Ensemble gemeinsam mit dem Publikum den Beginn der Theaterzeit in der Stadt. In diesem Jahr hat Theaterpädagogin Indra Schiller mit der Neuausrichtung des Jugend-Theaterfestivals „Theatervirus“ zudem neue Akzente in der Jugendtheaterarbeit der Gandersheimer Domfestspiele gesetzt und das Publikum damit nachhaltig beeindruckt.

„Freitags im Zelt“ ist eine beliebte Veranstaltungsreihe während der Festspielwochen, die von vielen Menschen besucht wird. „Es ist ersichtlich, das sowohl Leute herkommen, die gerade in einer Vorstellung waren, als auch das Gandersheimer Stammpublikum“, hat Achim Lenz  bei den diesjährigen Freitagabenden im Zelt festgestellt. Viele Einheimische tummeln sich dann im Kulturhof und erwarten ein unterhaltsames Programm, welches in diesem Jahr unter anderem von dem musikalischen Leiter der Gandersheimer Domfestspiele, Ferdinand von Seebach, und dem musikalischen Leiter der „Comedian Harmonists Teil 2 – Jetzt oder Nie!“, Christian Nolte, gestaltet wurde.

Auch wenn die Spielzeit der 59. Gandersheimer Domfestspiele vorbei ist, wird es in der nächsten Zeit weiterhin etwas von den Domfestspielen zu sehen geben. Aktuell läuft das theaterpädagogische Programm von Indra Schiller weiter: Die EVANGELIO-Inszenierung des ExtraEnsembles zum Lutherjahr wird am Freitag, 20. Oktober, in der St. Georgskirche in Bad Gandersheim zu sehen sein und die Abschlusspräsentation der DOMinos steht ebenfalls noch an.

Ausblick 2018

Die Jubiläumsspielzeit ist in voller Planung. Gerade werden die Stücke bearbeitet, die Musik dazu zu arrangiert und komponiert. Erfreulicherweise haben sehr viele Darsteller, Musiker und weitere Mitarbeiter der diesjährigen Spielzeit bereits zugesagt, nächstes Jahr wieder am Start zu sein. Offenbar hat die Arbeit vor der Stiftskirche vielen sehr gefallen. „Über konkrete Namen kann ich leider noch nichts sagen, da die Verträge noch in Bearbeitung sind“, macht Achim Lenz es noch etwas spannend.

Die Geschichte der 60 Jahre Gandersheimer Domfestspiele soll aufgearbeitet und beim Jubiläumsfest auf der Burg Greene gefeiert werden. „Es ist mir ein großes Anliegen, die Domfestspiele als kulturellen Leuchtturm in Südniedersachsen zu festigen und auf eine stabile Grundlage für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zu stellen“, sagt Achim Lenz. Erfreuliche Nachrichten zur Jubiläumsspielzeit hat auch Uwe Schwarz, Aufsichtsratsvorsitzender der Gandersheimer Domfestspiele, zu verkünden: „Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Schirmherrschaft der 60. Gandersheimer Domfestspiele übernehmen.“ Ob er die Domfestspiele im kommenden Jahr auch persönlichen Besuchen wird, stehe allerdings aktuell noch nicht fest. 

Bekannte Probleme aus diesem Jahr werden die Domfestspiele leider auch nächstes Jahr weiter beschäftigen. „Wir haben es noch immer nicht geschafft, unsere Infrastruktur zu verbessern“, erklärt Achim Lenz. Es fehlen wieder Proberäume. Die Finanzen der Domfestspiele sind sehr knapp bemessen. Die Zuschauerzahlen seien zwar stabil, werden sich aber in den nächsten Jahren auch nicht groß in die Höhe weiter bewegen können, da sie sich schon an einem relativ hohen Punkt befinden. Mit Blick auf die längerfristige Zukunft der Gandersheimer Domfestspiele habe es sich gelohnt, die Theaterpädagogik und den Bereich Kommunikation und Marketing auf das ganze Jahr auszudehnen. „Wenn wir es schaffen, die Domfestspiele fest in dieser Region zu verankern, sie populär zu halten und erfolgreich zu führen, dann wird es uns über das Jubiläum hinaus noch lange geben“, sagt Achim Lenz. „Das ist aber noch ein weiter Weg, den ich als Intendant nicht alleine gehen kann, da bin ich auf öffentliche Förderung von Land und Bund, aber auch auf viele Sponsoren, die tatkräftig mithelfen, angewiesen.“

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