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Festspielblog

Ein ungewöhnlicher Tag bei den Domfestspielen

Improvisation ist alles, oder: Wenn eine Sponsoren-Veranstaltung ins Wasser fällt

Sponsoren der Gandersheimer Domfestspiele genießen bestimmte Privilegien. Dazu gehört zum Bespiel, eine geschlossene Vorstellung zu buchen. Davon macht der langjährige Domfestspiel-Sponsor und Förderer Sven Tilch gerne Gebrauch. Bereits im sechsten Jahr hatte er während der Festspielzeit für die Bewohner und Mitarbeiter seiner 18 Senioren- und Betreuungseinrichtungen sowie viele andere, die mit seinen Einrichtungen in irgendeiner Form verbunden sind,  einen unvergesslichen Nachmittag bei den Gandersheimer Domfestspielen geplant. Zudem hatte er noch 50 Freikarten unter anderem an die „Tafel“ in Bad Gandersheim vergeben, um auch anderen Menschen eine Freude zu machen.

Am Dienstag, 25. Juli, sollten dann auf Einladung des Domfestspiel-Sponsors 700 Menschen in die Kurstadt kommen, um sich vor der Stiftskirche das Tanzmusical „Saturday Night Fever“ anzusehen. Hinterher stand noch ein gemeinsames Beisammensein mit Essen und Trinken auf dem Programm. Wegen des anhaltenden Dauerregens an dem Tag konnte die Verstellung jedoch nicht vor der Stiftskirche gezeigt werden. Nun war schnelles Handeln gefragt: Das Festspielteam um Intendant Achim Lenz und den kaufmännischen Geschäftsführer Stefan Mittwoch, hat zusammen mit Seven Tilch und dessen Mitarbeitern sowie der der Festspiel-Gastronomie Jungesblut alle Hebel in Bewegung gesetzt, um trotzdem noch eine Show – und zwar im Trockenen – zu zeigen. Auch das gemütliche Zusammensitzen im Anschluss sollte nicht abgesagt werden. Mit vereinten Kräften wurde innerhalb von drei Stunden ein Plan B entwickelt: In Dransfeld nahe Göttingen, wo eine Betreuungseinrichtung von Sven Tilch ansässig ist, wurde kurzerhand die Stadthalle für den Nachmittag gebucht, es mussten unter anderem 600 Stühle dorthin transportiert werden, verrät Sven Tilch. Da es logistisch nicht möglich war, das Tanzmusical in Dransfeld einfach eins zu eins zu zeigen, wurde in Bad Gandersheim ein zweistündiges Improvisationsprogramm zusammengestellt, Parallel wurde der Transport von 33 Ensemblemitgliedern und technischer Ausrüstung Richtung Dransfeld auf den Weg gebracht, ebenso das gesamte Catering. Zeit für einen Probedurchlauf gab es für die Darsteller vor Ort nicht. Das gezeigte Programm überzeugte trotzdem alle. Das Publikum war dankbar, dass es trotz Dauerregens einen unterhaltsamen und künstlerisch hochwertigen Nachmittag verleben konnte. „Ein großes Lob an Herrn Lenz und sein Ensemble, es hat allen viel Spaß gemacht“, sagt Sven Tilch und ergänzt: „Hier kann man sehen, was man alles bewegen kann, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Ebenfalls lobende Worte fand der Domfestspiel-Sponsor für die Festspielgastronomie Jungesblut und die Verwaltung der Stadt Dransfeld, welche die Festhalle spontan zur Verfügung gestellt hat. Auch Domfestspiel-Intendant Achim Lenz zeigte sich von dem notwendigerweise spontan organisierten Ausflug samt Ensemble begeistert, gibt aber auch zu bedenken: „Es war zwar ein großer Erfolg und es hat gezeigt, was wir alles schaffen können, aber nochmal müssen wir das nicht haben“, lautete sein Fazit an einem alles andere als normalen Arbeitstag bei den Gandersheimer Domfestspielen. Ziel sei es nach wie vor, die Zuschauer zu den Domfestspielen nach Bad Gandersheim zu holen und nicht umgekehrt. Übrigens: Sven Tilch plant bereits den siebten Besuch für seine Bewohner bei den Domfestspielen 2018.

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Fotos: Julia Lormis

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